Foliage
Es geschieht nichts...

Inspiriert durch "Doltschin - Die anderen Seiten der Wirklichkeit" von BeautifulExperience. Den Ursprung in der Matrix und nun Teil der Zähmung.


Es geschieht nichts ohne einen Grund, sage ich mir immer.

Eine Sekunde kann enorm viel verändern zur gleichen Zeit an mehreren Orten.
Eine Bewegung, ein Blick, eine winzig kleine Regung und schon kannst du es nicht mehr stoppen.
Du weißt nicht, was passieren wird, doch du ahnst es schon von Anfang an, das etwas nicht stimmt.

Das Auto hörst du schon von weitem, doch du gehst keinen Schritt weiter. Das Kreischen und die Schreie um dich herum werden lauter und du wendest den Kopf, als es nur noch ein paar Meter von dir entfernt ist. Dein Herz schlägt immer heftiger und du hast das Gefühl, die Menschen hören es, doch das tun sie nicht.

Sie fühlen nicht, was du fühlst, hier und jetzt. Sie sehen nicht, was passiert, zur gleichen Zeit, weil sie sich vor Entsetzen abwenden.
Genau in diesem Moment.
Es geschieht nichts ohne Grund, sage ich mir immer wieder...

Es fühlt sich so an, als könnte ich mir selbst von oben herab zuschauen. Das Gefühl ist nicht zu beschreiben, als das heiße Metall meine Haut berührt, es zischt und wie ein Stich flammt der kleine Biss durch meine Adern, während ich gleichzeitig einen Fuß, nur einen Schritt, weiter nach vorn setze.
Die Luft zerbarst, vor mir und hinter mir, ich verliere die Orientierung und dann schreie ich so wie ich noch nie in meinem Leben geschrieen habe und doch fühlt es sich seltsam an.
Seltsam angenehm ja, fast befreiend.

Ich überwinde den Schmerz, der sich nun unaufhaltsam über meinen ganzen Körper schleicht, es ist kein Schmerz mehr, nein, für mich ist es wie ein Feuer, das ich brauchte, um diesen Schritt zu gehen.

Den Schritt nach vorn und doch zurück. Zurück ins wirklich Leben, fort von der Farce, die sich Gesellschaft und Leben nennt, die mich bis dahin wieder umgeben hat, in sich aufsog und keine Freiheiten ließ.

Das Auto fährt an mir vorbei, versucht auszuweichen, doch es misslingt und eine blutende Schramme an meinem Bein hinterlässt. Mein Schrei wird leiser, ich öffne die Augen und atme tief ein. Bekannter Geruch durchströmt meine Nase...ich rieche Düfte aller möglichen Blumen und Pflanzen, spüre die Hitze auf meiner Haut, die Feuchte durchdringt meine Kleider...höre die Schreie der Tiere, ungezähmt und nu für immer ein Teil von mir.
Die Wildnis hat mich wieder.
Und ich bin bereit.
9.5.07 18:53
 


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